Dieses Porträt von Alfons Erb stammt aus dem Newsletter Ausgabe Mai 2011.

Alfons Erb wurde als Sohn eines Architekten am 4. November 1907 in Essen geboren, gestorben am 24.12.1983 in Freiburg. Als junger Mensch erlebte er die verheerenden Folgen des Ersten Weltkrieges: Die Besatzung des Ruhrgebietes, Inflation, Unruhen – all das prägte den Jugendlichen, ließen ihn zu einem „überzeugten Nationalisten“ werden. Sein Denken, sein Empfinden änderten sich jedoch schlagartig, als er 1923 erfuhr, dass der französische Abgeordnete Marc Sangnier im Parlament „niedergeschrieen“ wurde, weil er sich gegen die Besetzung des Ruhrgebietes und für die Versöhnung mit dem „Erbfeind“ Deutschland einsetzte. Erb lernte Sangnier kennen. Er war von dieser Begegnung so beeindruckt, dass er zum „glühenden Pazifisten“ wurde.
Ab 1929 arbeitete Alfons Erb als Redakteur bei der pazifistisch katholischen Zeitschrift „Vom frohen Leben“ in Berlin. Diese wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten. 1936 saß er einige Monate lang in Gestapo-Haft. Bischof Konrad von Pevsing holte den jungen Journalisten als Pressereferenten ins Ordinariat. In dieser Zeit schrieb Erb viele Bücher – bis er 1940 als Sanitäter zum Militär eingezogen wurde. Nach 1945 führte Alfons Erb sein pazifistisches Engagement weiter und gründete mit dem Jesuiten Jean de Ribeau die Zeitschrift „Dokumente“. Vier Jahre später wurde er zu einem der Gründer von Pax Christi und trug wesentlich zum Entstehen von „misereor“ bei. Ab 1955 leitete er die Pressestelle des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg.
1964 organisierte Alfons Erb eine Sühnewallfahrt in das KZ Auschwitz. Dort traf er ehemalige KZ-Häftlinge, die völlig verarmt waren. Erb beeindruckten diese Begegnungen sehr. Er erkannte, dass Tausende ehemalige KZ-Häftlinge Hilfe brauchen. Er sammelte in den Folgejahren unermüdlich Spenden und initiierte die Gründung des Maximilian-Kolbe-Werkes in Freiburg, das Überlebende der Konzentrationslager unterstützt.

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